In ihrer Vollversammlung am 16.10. haben sich die Jusos Stuttgart dafür ausgesprochen, dass die freie Plakatierung von Wahlplakaten untersagt wird. Stattdessen soll bei zukünftigen Wahlen die Kommune zentrale Wahltafeln aufstellen, an denen die antretenden Parteien, Listen und Kandidierenden ihre Plakate anbringen dürfen.
Die bisherige Praxis der Plakatierung gehe nach Meinung der Jugsozialist*innen in Stuttgart mit erheblichen negativen Effekten einher: So versuchen sich die Parteien mit hohem finanziellen und personellem Aufwand bei der Plakatierung jeweils zu übertrumpfen. Zudem werde hierbei eine erhebliche Menge Müll produziert. Insbesondere Hohlkammerplakate, Pappplakate und Kabelbinder seien ökologisch besonders fragwürdig. Dieses Problem werde noch verschärft, wenn ein erheblicher Anteil davon nicht richtig entsorgt wird, sondern im Straßengraben landet oder an Masten hängen bleibt.
„Wir wollen eine ökologische und kostengünstigere Alternative für die Plakatierung in Stuttgart. Das Aufstellen von zentralen Wahltafeln, an denen die Parteien dann in Wahlkampfzeiten einige Papierplakate anbringen dürfen, hat sowohl positive Effekte für die Parteien als auch für das gesamte Stadtbild“, argumentiert Anaick Geißel, Sprecherin der Jusos Stuttgart.
„Wir erleben, dass die bisherige Plakatierungspraxis immer mehr angezweifelt wird. Gerade wenn Wahlplakate nach der Wahl von einigen Parteien nicht rechtzeitig abgehangen werden, führt dies zu einer negativen Außenwirkung aller Parteien. Durch zentrale Wahltafeln können wir dem vorbeugen“, ergänzt Felix Kaminski, Sprecher der Jusos Stuttgart.
„Da ein Plakat im Durchschnitt nur etwa zwei Sekunden betrachtet wird, findet hierüber auch keine komplexe inhaltliche Debatte statt – Plakate sind höchstens Anstoß für eine tiefere politische Auseinandersetzung beispielsweise in den Medien oder in privaten Gesprächen. Diesen Effekt würden wir durch die Wahltafeln beibehalten, die negativen Effekten hingegen nicht“, so Geißel abschließend.
Die Jusos werden ihren Antrag nun auf der Kreiskonferenz der SPD Stuttgart stellen, um die Forderung nach Wahltafeln auch zur Position der SPD Stuttgart zu machen und auf einen Antrag durch die SPD Fraktion im Gemeinderat hinzuwirken.
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