Vom 15. bis 17. Mai 2018 soll die Waffenmesse ITEC (International Forum for the Military Training, Education and Simulation Sectors) erstmals in der Landesmesse Stuttgart stattfinden. Der Schau, die bislang alle vier Jahre in Köln ausgetragen wurde, wurde in Köln für 2018 aufgrund zahlreicher Protestaktionen eine Absage erteilt. Die Jusos Stuttgart sprechen sich dafür aus , dass die baden-württembergische Landesmesse diesem Beispiel so rasch wie möglich folgen sollte.
Am 25. Januar fand bereits eine von der Vereinigung „Ohne Rüstung leben“ initiierte Kundgebung auf dem Stuttgarter Marktplatz statt, bei der auch die Jusos Stuttgart vertreten waren. Seitdem wächst der Protest gegen die Waffenmesse von unterschiedlichen Seiten, zuletzt etwa auch durch die evangelischen Landeskirchen, die sich bei ihrer Landessynode im März gegen die ITEC aussprachen. „Eine Veranstaltung, die das Töten per Mausklick propagiert, lehnen wir nicht nur aus unseren Grundwerten heraus ab, sie ist für die Stadt Stuttgart auch nachhaltig imageschädigend“, kommentiert Jasmin Meergans aus dem Vorstand der Jusos Stuttgart.
Das Verhalten der Landeshauptstadt wirkt dabei widersprüchlich: Einerseits hat die Landesmesse rund 2.500 Zuflucht suchende Menschen untergebracht und die Stadt Stuttgart legt ihr Vermögen nicht mehr bei Unternehmen an, die Militärwaffen vertreiben. Andererseits wird zugelassen, dass auf der ITEC-Messe 2018 kriegerische Handlungen simuliert und trainiert werden. Die dort entsprechend vorgestellte Software findet im Nachgang unspezifische Käufer, zu denen im Zweifel auch kriegführende Regime gehören.
„Wir fordern von der Stadt ein konsistentes Verhalten gegenüber Militärwaffen ein. Daher muss die Stadt über den Aufsichtsrat der Messe alles dafür tun, dass die Messe doch noch abgesagt wird!“, so Felix Kaminski, Sprecher der Jusos Stuttgart, abschließend.
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