Auf der Jahreshauptversammlung der SPD Stuttgart am 17.03.2018 im Willi-Bleicher-Haus des DGB konnten sich die Jusos Stuttgart mit ihrem Antrag zur Abschaffung der bisherigen Plakatierungspraxis durchsetzen. Sie forderten stattdessen die Aufstellung zentraler Wahltafeln durch die Kommune, an denen die antretenden Parteien bzw. Kandidierenden ihre Plakate (etwa nach dem Prinzip der abgestuften Chancengleichheit) anbringen dürfen.
Hintergrund des Antrags ist, dass die bisher vor Wahlen übliche Plakatierung in einer chaotischen und in Kreuzungsbereichen teils gefährlichen Praxis resultiert. Ein weiteres Ziel der geforderten Änderung ist die Vermeidung der großen Müllmengen, die durch die wenige Wochen andauernde Plakatierung entsteht. Auch könnten Ressourcen im Wahlkampf durch die zentralen Wahltafeln effizienter gebündelt werden.
“Herkömmliche Wahlplakate sind ein enormer Kostenfaktor, sind ökologisch mehr als fragwürdig und ihre korrekte Anbringung erfordert hunderte Arbeitsstunden. Die finanziellen und personellen Ressourcen können anderweitig sinnvoller eingesetzt werden, zum Beispiel für den Online-Wahlkampf oder für Aktionen vor Ort”, kommentiert Felix Kaminski, Sprecher der Jusos Stuttgart.
Andere europäische Großstädte, etwa Amsterdam oder Den Haag, gehen bereits mit gutem Beispiel voran und setzen das Prinzip der zentralen Wahltafeln erfolgreich um. Die SPD-Gemeinderatsfraktion hat nun von der Kreis-SPD den Auftrag erhalten, sich dafür einzusetzen, dass diese Veränderung auch Stuttgart erreicht und der bisherige Schilderwald zu jeder Wahl ein Ende findet.
Kommentare